13.11.2018: X. Bayerisch-französisches Wirtschaftsdinner

Das 10. bayerisch-französische Wirtschaftsdinner, das wieder gemeinsam von den französischen Außenhandelsräten (CCEF) in Bayern und dem französischen Generalkonsulat in München mit Unterstützung des deutsch-französischen Wirtschaftsclubs und Invest in Bavaria organisiert wurde, hatte diesmal das Thema: „Die neue Welle der deutsch-französischen Merger – Post-Merger Integration als Schlüsselfaktor des Erfolgs.“

Herr Lanapats, französischer Generalkonsul in München, hat in seiner Einführung die Bedeutung der deutsch-französischen Annäherung hervorgehoben und dazu auf einige Zahlen aus 2017 verwiesen: 46 Übernahmen von französischen Firmen durch deutsche Unternehmen, 117 Übernahmen von deutschen Unternehmen durch französische Unternehmen, was gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von 8% bedeutet.

Frau Sylvaine Bruneau, Präsidentin der französischen Außenhandelsräte in Deutschland, stellte anschließend in einer detaillierten Präsentation die Rolle und die Aufgaben der französischen Außenhandelsräte seit ihrer Gründung 1898 dar.

Nach einführenden Worten vom Moderator des Abends, Herrn Alain Polgar (CCEF), hat Frau Suzanne Dilcher de Broglie als erster Key Speaker auf die kulturellen deutsch-französischen Unterschiede hingewiesen, die sich in der Bedeutung von Worten bemerkbar machen, die häufig im Unternehmenskontext verwendet werden wie z.B. „stratégie“ oder „concept“. Diese Worte haben im Deutschen eine andere Bedeutung, wo die semantischen Äquivalente eine tiefere und ausgereiftere Qualität der Arbeit kennzeichnen als in Frankreich. In diesem Sinn wird auch der französische Ausdruck „se debrouiller“ – sich „durchwursteln“ auf Bayerisch –  in Frankreich als positive Fähigkeit wahrgenommen. In Deutschland steht dem „Sachlichkeit“ gegenüber, um die Fähigkeiten einer Führungskraft zu betonen. Irgendwie Emotion gegen Strenge.

Der zweite Key Speaker, Dominic Kurtaz, Brite und Geschäftsführer der Gesellschaft RTT, die im Jahr 2014 von Dassault Systèmes aufgekauft wurde und seitdem 3DExcite GmbH heißt, betonte ebenfalls die kulturellen Unterschiede. Es brauchte eine Weile, bis die impliziten und abstrakten Botschaften der französischen Führungskräfte von 3DExcite verstanden wurden. Dominic Kurtaz betonte, dass sie die starke Autonomie bei der Formulierung der Erwartungen und Ziele schätzen gelernt haben und auch dazu genutzt haben, klar ihre Vision für das Unternehmen zu definieren… für 20 Jahre!

Am runden Tisch wurden die übereinstimmenden deutsch-französischen Erfahrungen hervorgehoben: Stéphane Stoll (CEO der Kraftanlagen Gruppe, die im August 2018 von Bouygues Construction gekauft wurde) sagte, er sei von der starken Einbindung der Sozialpartner in die Entscheidungsfindung überrascht gewesen. Fabian Prüschenk, Managing Partner und CFO von Serviceplan, der eine Partnergesellschaft in Frankreich integriert hat, betonte die Bedeutung des Respekts und der gleichberechtigten Partnerschaft. Herr Dr. Christoph Geiger von Siemens, der mehrere Akquisitionen in Frankreich miterlebt hat, bestätigt diese Sichtweise. Frau de Broglie  betont, dass der Erfolg einer Integration in erster Linie von der Ähnlichkeit der Unternehmenskulturen abhängt. Aus Ihrer Sicht ein wichtigerer Faktor als interkulturelle Unterschiede.

Abschließend dankte Frau Bénédict de Peretti den Organisatoren, in erster Linie Herrn Alain Polgar, Frau Sylvie Poirier sowie Herrn Marc de Savigny, und fasste die Erkenntnisse des Abends zusammen. Anschließend hatten die Teilnehmer weitere Gelegenheit zum Austausch untereinander und mit den Referenten.

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